Hersteller werben mit Werten zwischen 20 und 40 dB – doch ohne Angabe der Prüfnorm sind diese Zahlen nicht vergleichbar. Diese Seite erklärt, welche Normen hinter den dB-Angaben stehen, was ein Schalldämmmaß von 23 dB tatsächlich bedeutet und warum die Wirkung auf der Baustelle von Laborwerten abweicht.
Schalldämmung vs. Schallabsorption
- Schalldämmung (bewertetes Schalldämmmaß Rw bzw. DLR) beschreibt, wie viel Schall die Matte zurückhält. Prüfung nach dem Intensitätsmessverfahren der Normenreihe ISO 15186 (Teil 1: Labor, Teil 2: Messung vor Ort/in situ) oder nach EN ISO 10140 (Labor) mit Bewertung nach EN ISO 717-1. Welches Verfahren einem Wert zugrunde liegt, steht im jeweiligen Prüfbericht.
- Schallabsorption (DLα, Klasse A0–A5) beschreibt, wie viel Schall die Oberfläche schluckt statt reflektiert. Prüfung nach EN 1793-1 bzw. EN ISO 354; relevant, um Reflexionen auf die Gegenseite zu vermeiden.
- EN 1793-2 bewertet die Luftschalldämmung von Lärmschutzwänden an Straßen (Klassen B0–B4), EN 1793-3 das Normschallspektrum.
Was bedeutet „23 dB Schalldämmmaß“?
Unsere Premium-Lärmschutzmatten erreichen ein bewertetes Schalldämmmaß von 23 dB (Prüfbericht nach ISO 15186, Intensitätsmessverfahren). Das ist der Wert der Matte selbst bei vollflächiger, dichter Montage im geprüften Aufbau. Auf der Baustelle kommt die Einfügungsdämmung zum Tragen: Schall beugt sich über die Oberkante und um die Enden der Barriere, Stöße und Lücken lassen Schall durch, und der Abstand zwischen Quelle, Barriere und Immissionsort bestimmt den Abschirmwinkel. Realistisch sind deshalb 10 bis 15 dB(A) Pegelminderung an der Grundstücksgrenze – immer noch eine Halbierung bis Viertelung der empfundenen Lautstärke. Den Zusammenhang zeigt unser Wirkungsrechner.
Brandverhalten
Das Brandverhalten von Bauprodukten wird nach EN 13501-1 klassifiziert (Euroklassen A1 bis F, z. B. B-s2,d0 für schwer entflammbar mit geringer Rauchentwicklung); national gebräuchlich ist weiterhin DIN 4102 (B1 schwer entflammbar). Für Gerüstplanen gilt zusätzlich die Anforderung „schwer entflammbar“ nach den Regeln der BG BAU. Nachweise zu unseren Varianten stellen wir auf Anfrage zur Verfügung.
Welche Norm verlangt die Behörde?
Die AVV Baulärm nennt keine Produktnorm, sondern Immissionsrichtwerte am Immissionsort. Für Lärmschutzkonzepte reicht in der Regel ein Prüfbericht nach ISO 15186 oder EN ISO 10140 mit Angabe des bewerteten Schalldämmmaßes sowie eine Prognose der Einfügungsdämmung. Für Arbeitsplätze gilt die LärmVibrationsArbSchV, deren Auslösewerte die BAuA erläutert.
Häufige Fragen zu Normen und dB-Werten
Was bedeutet ein Schalldämmmaß von 23 dB?
Das bewertete Schalldämmmaß der Matte im geprüften Aufbau: Der Schallpegel hinter der Matte ist um 23 dB niedriger als davor – bei vollflächiger, dichter Montage und ohne Beugung über die Kanten. Das Prüfverfahren (ISO 15186 Teil 1 Labor / Teil 2 in situ) nennt der Prüfbericht.
Was ist der Unterschied zwischen Dämmung und Absorption?
Dämmung hält Schall zurück (Transmission), Absorption schluckt Schall an der Oberfläche (Reflexion). Lärmschutzmatten müssen vor allem dämmen; Absorption reduziert zusätzlich Reflexionen auf die Gegenseite.
Warum erreiche ich vor Ort nur 10 bis 15 dB?
Wegen Schallbeugung über die Oberkante, Lücken an Stößen und Enden sowie Abstand und Höhe der Barriere. Höhere, dichtere und näher an der Quelle stehende Barrieren bringen mehr.
Was bedeuten Klassen wie B3 oder A4?
B-Klassen (EN 1793-2) bewerten die Luftschalldämmung von Lärmschutzwänden (B3 = hoch), A-Klassen (EN 1793-1) die Absorption (A4 = hoch).
Welche Norm verlangt die Behörde?
Meist keine bestimmte Produktnorm; gefordert wird die Einhaltung der Immissionsrichtwerte. Ein Prüfbericht nach ISO 15186 oder EN ISO 10140 dient als Nachweis der Mattenleistung.